zu smithereens, allgemeines

smithereens

erste Ausstellung zu der Serie am 17. Januar 2012 in der Galerie Westend in München

Aus der Geschichte der Kunst kennen wir die problematische Erfahrung, daß die Phänome der einen Epoche aus den Augen der anderen Epoche betrachtet werden. Die Äußerungen der Klassik über die Gotik, der Romantik über die Renaissance usw… Diese Äußerungen sind sehr aufschlussreich, zeigen sie doch, daß man den Horizont beachten sollte, von dem her gesprochen wurde.
Nehmen wir nun den Horizont unserer Moderne, und Lyotards Definition der Moderne: „Solange die Auflösung der Ganzheit noch als Verlust erfahren wird, befinden wir uns in der Moderne“, so zeigt sich der fundamentale Unterschied zur postulierten Postmoderne sofort: Sie sieht den Verlust der Ganzheit als Gewinn.
An zwei Künstlern, Arno Schmidt und Morton Feldman, die der Postmoderne schon nahestanden, soll dieses Projekt den Weg der künstlerischen Auseinandersetzung und den Schwierigkeiten in der Rezeption einer sichtbar gemachten postmodernen Arbeitsweise aufzeigen. Das bedeutet: Die innerhalb des Projektes zusammengestellten Arbeiten sollen und können ihre Perspektiven und ihren Horizont nicht leugnen und schon gar nicht verwerfen, sondern werden ihn aufsuchen und erproben. Die Vielheit der Perspektiven wird dabei als Gewinn begrüßt und nicht als Verlust zu beklagen sein.
Arno Schmidt kann man als Vorläufer des postmodernen Romans betrachten, ähnlich wie man Morton Feldmans ständiges Befragen seiner Methoden, Theorien und Ästhetiken als Erkunden und Bewerten eines kritischen Potentials der Postmoderne sehen kann.
Für die angefragten Komponisten und die kuratierten bildenden Künstler steht weniger die Auseinandersetzung mit Morton Feldman oder Arno Schmidt im Vordergrund, sondern die Brücke liegt vielmehr in  der Selbstreflexion der eigenen Perspektive mit dem eigenen Material und dem Umgang mit diesem mit dem Blick auf die Kunstgeschichte (s.o).
Die in das Projekt eingebetteten Musik-, Kunst und Literaturwissenschaftler sind dann in der Lage, mit dem vorhandenen künstlerischen Material die Bruchstellen zwischen der Moderne mit ihrem „Totalitarismus“ (Lyotard) und der Postmoderne mit ihrem Pluralismus auszuloten und somit als Vermittler zum Rezpienten zu erscheinen.
Das bedeutet, daß neben den künstlerischen Arbeiten auch Publikationen in verschiedener Art erscheinen werden.

Das Projekt wird in Deutschland wie in New York gezeigt. (Arno Schmidt und Morton Feldman).

Die beteiligten Künstler und Wissenschaftler werde ich peu à peu vorstellen. Auch weitere Bilder von Ausstellungen oder Konzerten werden hier bekannt gegeben

 

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