smithereens

Aus smithereens wird kein Mosaik mehr.

 

theatrum mundi I, 2011 - 2012, Papier, Drucke, Öl, Dias, 150 x 500 cm

Der Ausdruck hat etymologisch mit dem Schmied gar nichts zu tun, sondern hat sich aus dem Gälischen ins Englische eingeschlichen. Vgl. Bernard Share, Slanguage. A Dictionary of Slang and Colloquial English in Ireland (Dublin: Gill & Macmillan 1997), S. 263 (Artikel „smithereens“): „Ir. smiodar, fragment + dimin. ín, 1841– […]. Small broken fragments (lit. & fig.).” so Friedhelm Rathjen in seinem Essay Smithereens, in: Westwärts. Arno Schmidt und die amerikanische Literatur. Scheeßel: Edition ReJoyce 2007. : Eines der auffälligsten Merkmale an Arno Schmidts Erzählung „Caliban über Setebos“ ist der desintegrative Charakter des Textes: er scheint zu lauter Einzelheiten, zu Splittern und Fragmenten zu zerfallen, zu Smithereens. Ich bedanke mich sehr bei ihm, daß ich diesen Titel für meine Arbeiten zu Arno Schmidt / Morton Feldman benutzen kann.

zur Sonne und An'Ev, 2011,Öl, Papier und Klischeedrucke auf Papier, beide 35 x 60 cm;

Arno Schmidt spiegelt, so ganz exzessiv in Abend mit Goldrand, und zersplittert, so in Caliban über Setebos. Morton Feldman wiederholt und spiegelt. Man denke an das Streichquartett No.2 und das Klaviertrio.

Mit Spiegelungen, Wiederholungen und Zersplitterungen kann man vorhandenes Material sortieren und gewichten. Ihm Bedeutung geben, ihm Bedeutung nehmen. es in verschiedenen Häufigkeiten auftreten lassen und in verschiedenen Kontexten. Somit verschiebt sich die Rezeption des gleichen Materials. Das Material selbst, da schon vorhanden, erfährt keinerlei Entwicklung, keinerlei Gestaltung. Die Anhäufungen, Wiederholungen und Spiegelungen mit den smithereens entwickeln kein neues Bild mehr, sie bleiben Spiegelungen und Wiederholungen. Aus smithereens wird eben kein Mosaik mehr, so Felix Mendoza.

Unter dieser Vorgabe der Untersuchung sind die Arbeiten und ist meine Ausstellung in der Galerie Westend entwickelt.

 

3 Gedanken zu „smithereens

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